Das Titelfoto der diesjährigen SchöpfungsZeit erinnert mich an meine Kindheit. Um mein Taschengeld aufzubessern, habe ich im benachbarten Schreibwarengeschäft ausgeholfen. Manchmal durfte ich auch verkaufen und das Geld der Kunden in eine alte Registrierkasse legen. So eine Registrierkasse ist ein Wunderwerk der Mechanik. Sie funktioniert ganz ohne Strom, präzise und zuverlässig, und es war für mich ein Highlight, sie zu bedienen. Wenn ich das SchöpfungsZeit-Foto anschaue, dann höre ich das „Kling“, wenn die Kasse aufging, so dass ich die Münzen und Noten in die richtigen Fächer legen konnte. Nicht nur wegen der Sackgeld-Aufbesserung war meine kindliche Tätigkeit in der Papeterie für mich sehr wertvoll. Ich lernte damals einen Knoten, mit dem ich gut die alten Zeitungen bündeln konnte, und den ich auch heute noch beim Bündeln des Altpapiers verwende. Besonders wertvoll war für mich auch der Kontakt zu den Menschen, die Freundlichkeit, die mir erwiesen wurde, die Gespräche, die geteilte Zeit.
Die diesjährige SchöpfungsZeit steht unter dem Thema: „Wertvoll leben – vom Mehrwert der Dinge.“ Sie lädt uns ein, die Welt als Geschenk Gottes zu sehen. Sie macht uns bewusst, dass alles Leben wertvoll ist, und wir ein Teil dieser Erde sind, verbunden mit den Tieren, den Pflanzen und der Erde, die uns trägt. Sie lädt ein zum Staunen und zum Danken, und danach zu fragen, wie wir achtsam und verantwortungsvoll mit allem umgehen können, was Gott geschaffen hat. Die Hitzewellen, die Waldbrände und das extreme Wetter der letzten Monate zeigen, wie wichtig es ist, sich für die Bewahrung der Schöpfung einzusetzen.
Die SchöpfungsZeit dauert vom Welttag der Schöpfung (1. September) bis zum Fest des Heiligen Franz von Assisi (4. Oktober). In diese Zeit fallen auch der Bettag und Erntedankgottesdienste. Ich wünsche Ihnen viele Stunden wertvoller Lebenszeit und lade Sie herzlich ein, unsere Gottesdienste mitzufeiern und sich auf die Suche nach dem Mehrwert der Dinge zu machen, und danach, was Ihr Leben wertvoll und kostbar machen könnte.
Robert Weinbuch