Dich will der Mai begrüssen,
O segne seinen Anbeginn, und uns zu Deinen Füssen.
Maria! Dir befehlen wir, was grünt und blüht auf Erden,
O lass es eine Himmelszier in Gottes Garten werden.
Behüte uns mit treuem Fleiss, o Königin der Frauen!
Die Herzenblüthen lilienweiss auf grünen Maiesauen.
Vor allen sind’s der Blümlein drei, die lass kein Sturm entlauben:
Die Hoffnung grün und sorgenfrei, die Liebe und den Glauben.
O lass die Blumen um und um in allen Herzen sprossen,
und mache sie zum Heiligthum, drin sich der Mai erschlossen.
Die Seelen kalt und glaubensarm, die mit Verzweiflung ringen,
die stummen mache liebeswarm, damit sie freudig singen.
Damit sie gleich der Nachtigall im Liede sich erschwingen,
Und mit der Freude hellstem Schall dir Maienlieder singen.
Guido Moritz Görres