Sehr gerne habe ich als Kind und auch noch als Jugendlicher vor Ostern Eier ausgeblasen und bemalt. Meine Mutter hängte sie dann an den Osterbaum, der an Ostern dann auf dem Wohnzimmertisch in einer grossen Vase stand. Ich freute mich an den bunten Eiern, die an gold-leuchtenden Forsythienzweigen und sanft-glänzenden Weidenkätzchen hingen. Einige wenige Eier haben bis heute überlebt. Auch heute noch gehört der Osterbaum in der Stube zu meiner ganz persönlichen Oster-Spiritualität. Das Ei ist ein Zeichen des Lebens, und gefärbte Eier munden besonders gut.
Ich freue mich auch sehr, wenn ich bei einem Spaziergang in einem Garten einen Osterbaum entdecke; es zeigt, dass anderen Menschen Ostern heute noch wichtig ist, auch wenn ich nicht weiss, wie stark der Glaube an die Auferstehung das Leben der Gartenbesitzer prägt.
An einer Strasse in einem Dorf im Aargau stand auf einer Wiese ein besonderer Osterbaum. Ein knorriger Baum war über und über mit Eiern behängt. Das war so eindrücklich, dass viele Autofahrer anhielten und den Baum bestaunten. Die Bauersfamilie hatte ein Schild unten angebracht: man konnte schätzen, wieviele Eier an dem Baum hingen und einen Preis gewinnen – eine einfallsreiche Werbe-Idee für den Hofladen.
Ob im Freien oder in der Stube – Osterbäume stärken die Lebensfreude und die Freude am Glauben. Mitten im Alltag ist spürbar: Jesus lebt! Christus ist auferstanden! Und das ist bedeutsam für mein Leben. Denn das Kreuz ist zum Lebensbaum geworden, die Liebe, die am Karfreitag gekreuzigt wurde, ist stärker als der Tod, das Leben setzt sich durch, Hoffnung blüht auf, - für dich und für mich! Ostern macht das Leben farbig und setzt dem Elend dieser Welt die Osterfreude entgegen, die nicht nur an den bunten Eiern, sondern auch an der Frühlingsblütenpracht auf den Wiesen, Feldern und Gärten erfahrbar und erlebbar ist.
Ich wünsche Ihnen, dass die Freude an der Auferstehung Ihr Herz erfüllt und Ihnen Hoffnung und Mut zum Leben schenkt!
Robert Weinbuch